29.07.2015

Einladung Pressegespräch: Equal Pension Day - 60% Rentenlücke zwischen Frauen und Männern

Am 04. August 2015 findet der 2. Equal Pension Day statt. In 2014 hat der Verband berufstätiger Mütter e.V. (VBM) weltweit erstmalig den Equal Pension Day initiiert. Der Equal Pension Day thematisiert und markiert die durchschnittlich knapp 60%-ige Rentenlücke durch eigen erworbene Entgeltpunkte von Frauen zu Männern, den sogenannten gender pension gap.

Das Pressegespräch zum 2. Equal Pension Day findet am 03. August 2015 von 11.00-13.00 Uhr im Kino Hackesche Höfe statt.

Wir stellen Ihnen das Positionspapier zum Handlungsfeld „Wirtschaft“ vor. Wir zeigen Ihnen die Kinospots zum Equal Pension Day - den zweiten Spot in Premiere. Wir beantworten Ihre Fragen zum gender pension gap und den Handlungserfordernissen auf wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Ebene.

Gerne möchten wir das Positionspapier hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des Bundeswirtschafts- und Bundesarbeitsministeriums überreichen.

Bürgerdialog am 04. August 2015 vormittags am Potsdamer Platz und nachmittags am Prenzlauer Berg. Am eigentlichen Aktionstag Equal Pension Day, dem 04. August 2015, suchen wir das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Kennen Frauen und Männer diesen eklatanten Unterschied in den Rentenansprüchen? Wissen sie, welche Entscheidungen in ihrem Leben am stärksten zu dieser Rentenlücke beitragen? Welche Entscheidungen sollen junge Menschen heute treffen, damit Frauen und Männer im Alter gleiche Renten erhalten werden? Wie können sie durch Politik und Wirtschaft unterstützt werden?

Sie sind herzlich willkommen, an unserem Pressegespräch und Bürgerdialog teilzunehmen.

Zur besseren Planbarkeit bitten wir um Anmeldung zum Pressegespräch unter kontakt@equalpensionday.de oder Mobil unter 0178-5141638 bis zum 02. August.
 

Hintergrundinformationen zum Equal Pension Day

Die Lücke bei den eigenständig erworbenen Rentenansprüchen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erstmals 2011 in einer Studie zum sogenannten Gender Pension Gap beziffert. Ursachen für die durchschnittlich knapp 60 % weniger eigen erworbene Rentenansprüche von Frauen gegenüber Männern sind unter anderem

  • familienbedingte Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung, Bildungsbegleitung oder Pflege von Angehörigen

  • familienbedingte Arbeitszeitreduzierungen verbunden mit schlechteren beruflichen Perspektiven und Karriereoptionen

  • unterschiedliche Bezahlung gleichwertiger Arbeit zwischen Frauen und Männer (Gender Pay Gap).

Der VBM hat 2014 mit seinen Aktionsbündnispartnern Bundesforum Männer e.V., Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. und Frauenkarrieremesse women&work eine Präambel der Zusammenarbeit verabschiedet. Die für den Gender Pension Gap relevanten Handlungsfelder berühren Familien, Politik und Wirtschaft. Ziel des Equal Pension Day ist es, dem Gender Pension Gap langfristig wirksam zu begegnen, hin zu einer eigenständigen finanziellen Absicherung von Frauen und Männern bis ins Alter. Der Gender Pension Gap von heute zeigt die ungleiche Verteilung der Erwerbschancen von gestern.

  • Melanie Vogel, women&work

    „Der Equal Pension Day ist ein Aktionstag, den ich als Initiatorin und Veranstalterin der women&work nur zu gerne unterstütze, denn er zeigt: Geld verdienen darf für uns Frauen kein Luxus sein, sondern muss – im Sinne unserer persönlichen Zukunftsfähigkeit – zu einer Selbstverständlichkeit werden. Frauen und Männer werden im Zeitalter des demografischen Wandels in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gebraucht. Auf Augenhöhe, gleichberechtigt und gleichwertig. Im Sinne einer innovationsfähigen und zukunftsgerichteten Gesellschaft ist es wichtig, an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen, damit genau das möglich ist. Der Equal Pension Day hilft dabei, weil er sehr deutlich auf einen nicht tragbaren Missstand hinweist und alle Beteiligten aufruft, aktiv zu einer Verbesserung beizutragen.“

    Melanie Vogel, Geschäftsführende Gesellschafterin der AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin der women&work

  • Edith Schwab, VAMV

    „Alleinerziehende erbringen täglich eine enorme Leistung für ihre Kinder und für sich. Dass sie als Frauen im Alter mit zum Teil niedrigsten Renten abgespeist werden, ist unserer Gesellschaft unwürdig. Was fehlt, sind angemessene Rahmenbedingungen. Eine entschlossene und wirksame Politik zur Schließung des Gender Pension Gap ist aus Sicht des VAMV überfällig.“

    Rechtsanwältin Edith Schwab, ehemals Vorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V.

  • Hans-Georg Nelles, Bundesforum Männer

    "Mit der Unterstützung des ‚Equal Pension Days‘ verbindet das BUNDESFORUM MÄNNER die Erwartung, dass gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen dahingehend beeinflusst werden, dass junge Männer und Frauen ihre Vorstellungen einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit auch als Väter und Mütter leben können und die in dieser Situation einvernehmlich getroffenen Entscheidungen im Übergang zum Ruhestand in Zukunft nicht mehr dazu führen, dass ein ‚Gender Pension Gap‘ entsteht."

    Hans-Georg Nelles, Geschäftsführender Vorstand Bundesforum Männer

  • Cornelia Spachtholz, VBM

    Statement
    "Mit dem neu etablierten Aktionstag möchten wir junge Paare, Mütter und Väter sensibilisieren, in ihre heutigen Entscheidungen zur Vereinbarkeit auch die langfristigen Folgen für ihre zu erwartenden Alterseinkünfte zu berücksichtigen. Wir möchten auch die Entscheiderinnen und Entscheider der politischen Ebene sowie der Wirtschaft anmahnen, die Handlungsempfehlungen des 1. Gleichstellungsberichts der Bundesregierung aus 2011 sowie die Ergebnisse der Evaluation der ehe- und familienpolitischen Leistungen zu berücksichtigen bzw. umzusetzen. Für eine echte Wahlfreiheit des Familien-, Arbeits- und Lebensmodells beider Geschlechter geht es um die konsequente Umsetzung des GG 3 (2). Es geht um Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit, und angesichts der Verlagerung heutiger Probleme in die Zukunft auch um Generationengerechtigkeit."

    Cornelia Spachtholz, Vorstandsvorsitzende des Verbandes berufstätiger Mütter VBM e.V.